Fidel Casto: Kommunismus funktioniert nicht
10.09.2010
Fidel Castro hat gegenüber Journalisten zugegeben, dass Kubas kommunistisches System nicht funktioniert - eine seltene Äußerung des ehemaligen kubanischen Staatschefs, der sich seit seinem Rücktritt vor vier Jahren in auffälliger Weise aus inneren Angelegenheiten Kubas herausgehalten hat. Die Tatsache, dass auf der gebeutelten Karibik-Insel nicht alles im Lot ist, ist kaum eine Neuigkeit. Fidels Bruder Raul Castro, sein Nachfolger in Amt und Würden, hatte Ähnliches bereits zugegeben. Aber die nüchterne Einschätzung des Revolutionsführers von 1959 ist dennoch überraschend, denn damit hat eine Idenitifikationsfigur der kommunistischen Idee, die schon vom Linksparteigründer Oskar Lafontaine hofiert wurde, deren Scheitern entgültig eingestanden.
Veröffentlicht wurde das Statement vom The Atlantic Magazine, dessen Korrespondenten gegenüber Casto auf die Frage, ob das kommunistische System immer noch exportierbar sei, antwortete, dass «es nicht einmal für uns [Kubaner] funktioniert». Castro habe in dem Interview auch seine politische Entscheidungen aus der Vergangenheit infrage gestellt, wie beispielsweise sein Anraten in der Kuba-Krise im Herbst 1962 die USA mit Atomwaffen anzugreifen. Aufgrund des Wegfalls kommunistischer Bruderhilfe aus Moskau ist Kuba wirtschaftlich angeschlagen. Der Staat wird nach wie vor kommunistisch regiert; der Staat bezahlt den Menschen Unterkunft, Bildung und Zugang zur medizinischen Versorgung sowie Löhne von rund 20 USD im Monat. Trotz einsetzendem Reformwillen ist das Regime in Havana bis in die jüngste Vergangenheit hart gegen Oppositionelle vorgegangen.








