Wenn Barbaren über Barbaren urteilen

03.11.2009

Ohne Zweifel verdient der Mann, der im vergangenen Winter in Saudi Arabien vier Minderjährige missbrauchte und einen in der Wüste qualvoll verdursten ließ, die schwerstmögliche Strafe. Nach dem Rechtsverständnis einer liberalen Gesellschaft, die nicht wegen sondern trotz der Verbrechen eines Menschen auch seine Würde achten will, wäre das wohl eine lebenslange Freiheitsstrafe. Im islamischen Kulturkreis geht es allerdings noch ein wenig grober zu, wie die Frankfurter Rundschau berichtet.

Denn dort wird vielerorts die Scharia praktiziert, der beinharte Rechtskodex ultrakonservativer Moslems. Dank ihr kann sich der Scharfrichter an dem Kinderschänder so richtig austoben: Denn ein Gericht verurteilte den 22-jährigen Täter nun zum Tode durch Enthauptung. Anschließend soll seine Leiche öffentlich gekreuzigt und zur „Abschreckung“ ausgestellt werden. Der Anblick und Geruch eines von Fliegen umschwirrten kopflosen Kinderschänders in der saudischen Wüstensonne dürfte in der Tat eine gewisse Wirkung zeigen. 

So sehr man aber vielleicht geneigt ist, angesichts der drakonischen Strafe grimmige Genugtuung zu empfinden, so sollte man sich doch vor Augen halten: Hätte der Saudi Mädchen und nicht Jungen missbraucht, wäre es vermutlich nie zu einem Urteil gekommen. Denn gemäß der Scharia braucht das weibliche Opfer eines sexuellen Übergriffs vier Zeugen, um zu beweisen dass es vergewaltigt wurde und nicht freiwillig fremdgegangen ist. Männliche Zeugen übrigens.

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Auch Sozialisten sind nur Menschen

30.09.2009

Der venezolanische Staatschef Hugo Chavez, mit dem als Vorbild Linken-Chef Oskar Lafontaine Deutschland zu Freiheit und demokratischem Sozialismus führen will, macht mit Bravour vor, was linke Politiker offenbar am besten können: Wasser predigen und Wein saufen. Chavez ließ sich durch das von ihm kontrollierte Parlament gerade eine Erhöhung seines persönlichen Budgets um 638 Prozent bewilligen - allein für seine teuren Anzüge gibt der Exzentriker jährlich fast eine halbe Million Dollar aus. 

Genüsslich nimmt die Welt den Haushaltsbericht des „Ministeriums der Volksmacht für die Finanzen“ auseinander. Demzufolge hat Chavez nun über über 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr zur freien Verfügung - immerhin das 125.000fache des durchschnittlichen Jahreseinkommens eines Venezolaners. Zum Vergleich: Im kapitalistischen Deutschland verdient Bundeskanzlerin Merkel weniger als eine Viertelmillion Euro im Jahr. 

 

Palast der sozialen Gerechtigkeit: Alle lachten, als Joseph Ackermann, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, behauptete, Linken-Chef Oskar Lafontaine lebe prunkvoller als er. Dabei tut Lafontaine das wirklich

Gerade erst hatte Chavez, der laut dem Bericht allein für Hygieneartikel beinahe 100.000 Dollar im Jahr ausgibt, seine Landsleute aufgefordert, weniger lang zu duschen, um Wasser zu sparen. Dabei ist Venezuela ein Land mit riesigen Wasserreserven. Aber Chávez und sein Sozialismus des 21. Jahrhunderts haben es nach zehn Jahren geschafft, dass in vielen Teilen des Landes Wasserknappheit herrscht. Gleichzeitig nehmen Kriminalität und Korruption in beängstigenden Ausmaßen zu. 

Das zeigt wenigstens: Auch Sozialisten sind nur Menschen. Chavez-Fan Oskar Lafontaine lebt selbst wie ein Kapitalist - er erhält eine Rente, für die ein normaler Arbeitnehmer fast ein halbes Jahrtausend arbeiten müsste, und lebt in einer exklusiven Villa in Saarlouis. Auch die Vorzeige- kommunistin Sahra Wagenknecht wurde schon im feinsten Restaurant Straßbourgs beim Hummeressen erwischt. Wenigstens versuchte sie, ihre Spuren zu verwischen.

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Islamisten ermorden über 100 Menschen in Zentralasien

29.10.2009

Eine Gruppe heroischer „Widerstandskämpfer“ der radikalislamischen Taliban hat am Morgen ein Gästehaus der Vereinten Nationen in der afghanischen Hauptstadt Kabul überfallen. Das berichtet der Spiegel. In dem Gästehaus hatte die UNO Angehörige ihrer Mission für Entwicklungshilfe UNAMA untergebracht. Nach erstem Erkenntnisstand haben die Rechtgläubigen mindestens sechs ausländische UNO-Mitarbeiter ermordet.

Weiterhin wollen die Terroristen den Afghanen ihr naturgegebenes Recht auf politische Mitbestimmung nehmen. Sollte an der Stichwahl zum Präsidentenamt festgehalten werden, werde es weitere Anschläge geben, drohte ein Sprecher der Taliban. Eine Stichwahl war nach massiven Ungereimtheiten bei der Auszählung des Urnengangs im August nötig geworden. Amtsinhaber Hamid Karzai liegt demnach mit seinem Herausforderer beinahe gleich auf.

Auch in Pakistan haben die Rechtgläubigen zugeschlagen. In Peshawar zündete der pakistanische Arm der Taliban eine Autobombe. Laut der New York Times kamen bei dem Attentat auf einen belebten Markt mindestens 101 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen Frauen. 160 Menschen seien verletzt worden. Derzeit befindet sich die US-Außenministerin Hillary Clinton in dem Land; sie verurteilte den Angriff scharf.

Die Quintessenz des heutigen Tages: 107 unschuldige und wohl auch unbewaffnete Menschen wurden von den Fanatikern massakriert. Und die moslemische Welt läuft Amok, weil ein einzelner Rassist in Deutschland eine Muslima umgebracht hat.

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